Konzept

Wie alles begann

Der Verein „Suubi lya baana e.V.“ (kurz SLB) wurde am 10. Dezember 2017 in Hamburg gegründet. „Suubi lya baana“ ist Luganda, die am weitesten verbreitete Sprache in Uganda, und bedeutet übersetzt „Hoffnung von Kindern“. Während dem Gründungstreffen kamen die Mitglieder des Vereins zu dem einstimmigen Beschluss zunächst die ugandische regierungsunabhängige Organisation „Child Restoration Outreach Jinja“ (kurz CRO) zu unterstützen. Die Verbindung zum CRO entstand über den Vereinsvorsitzenden Philipp Zimmer, der im CRO für 13 Monate als Freiwilliger arbeitete. Obwohl SLB sich nicht dazu entschieden hat ausschließlich in Partnerschaft mit dem CRO zu arbeite, so ist die ugandische Organisation jedoch der vorerst erste und einzige Partner.

CRO Jinja, Uganda

Zum Hintergrund, das CRO ist eine regionale Organisation die im Jahr 1992 gegründet wurde, um das aufkommende Problem von steigenden Zahlen an Straßenkindern in Uganda zu adressieren. Zunächst arbeitete das CRO nur in Mbale, jedoch expandierte die Organisation in drei weitere Städte Ugandas: Jinja (1998), Masaka (2002) und Lira (2007). Das eigens formulierte Ziel ist es „die Leben von Straßenkindern wiederherzustellen und sie mit ihren Familien wiederzuvereinigen“. Beim von SLB unterstützten Zentrum handelt es sich um das in Jinja. Viele Menschen aus ärmeren Regionen des Landes migrieren in die größeren Städte des Landes (so auch nach Jinja), um dort nach Arbeit zu suchen. Aus dieser Landflucht resultieren ärmere Siedlungen außerhalb des Stadtzentrums mit vielen Kindern, die tagsüber in die Stadt ziehen, um dort nach Essbarem und Arbeit suchen, um das Überleben ihrer Familien zu sichern. Die meisten vom CRO unterstützten Kinder sind genau diese, sogenannte „half-timer“. Neben ihnen gibt es auch „full-time“ Straßenkinder welche aus verschiedensten Gründen von zu Hause weggelaufen sind und nun 24/7 auf der Straße leben.

Auf den „streetwalks“ suchen die Sozialarbeiter des CRO nach aktuellen oder möglicherweise auch neuen Kindern und motivieren sie dazu mit ihnen in CRO zu kommen. Hier erhalten sie täglich zwei warme Mahlzeiten, medizinische Versorgung und die Möglichkeit sich und ihre Kleidung zu waschen. Nachdem sie ein Jahr in der “Rehabilitation Class“ verbracht haben in der sie Bildungsgrundlagen erhalten, bringt das CRO die Kinder zur Schule und übernimmt alle auftretenden Kosten. Zudem bietet die ugandische Organisation ihnen verschiedene Aktivitäten wie beispielsweise Fußball und arbeitet in den Gemeinden in denen die meisten Kinder (half-timer) wohnhaft sind. Programme wie Spargruppen und Frauengruppen passen zu der Grundidee des CRO, die Kinder über ihre Familien zu unterstützen.

Spendensuche für Schulausbildung

Da die Mitglieder von SLB das Konzept des CRO unterstützen, haben sie sich dazu entschlossen Spenden für die Schulausbildung der Kinder zu sammeln. Während die Kosten des Schulbesuchs der Kinder des CRO noch von anderen Partnern abgedeckt waren benötigt das CRO stand heute Mittel, um die zu zahlenden Schulgebühren sowie alle weiteren Kosten zu decken. Folglich ist aktuell genau jenes fehlende Geld das größte Problem des CRO, um die Kinder durchgehend im Schulbetrieb zu halten. Die Mittel des CRO sind auf mittel- und langfristige Sicht nicht konstant genug um beides, die humanitären Grundhilfen sowie den Schulbesuch der Kinder, zu ermöglichen. Somit verfolgt SLB zunächst das Ziel diese Lücke zu füllen und einen durchgehenden Schulbesuch der Kinder zu sichern.

Hilfe zur Selbsthilfe

Neben dem oben genannten Plan möchte SLB jedoch auch in Kooperation mit dem CRO neue Konzepte entwickeln und umsetzen, die das Arbeitsfeld des CRO in den Gemeinden stärkt und verbessert. Diese Idee wurde in einer Besprechung des CRO Managers Joseph Odongo und dem Vorstandsvorsitzenden von SLB, Philipp Zimmer, gemeinsam erarbeitet. Sobald die grundlegende finanzielle Unterstützung des Bildungszweigs des CRO gesichert ist, werden diese sogenannten Gemeindeprojekte angestoßen. Kurz gefasst sollen sie ein ausreichendes Einkommen mittels Arbeitsbefähigungsinitiativen für die Eltern sichern. Es ist wohl unbestritten, dass hierdurch und nur hierdurch eine wirkliche Bekämpfung der Ursachen angegangen wird und somit nachhaltige Entwicklung angestoßen werden kann. Die Einschätzung, dass das Potenzial der Menschen hierfür eine herausragende Grundlage bietet teilen die Mitglieder von SLB und CRO.

Wie schon erwähnt will SLB grundsätzlich nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ vorgehen. Auf Grundlage persönlicher Erfahrungen, möchte SLB einen Fokus auf die Ideen der Partnerorganisationen (z.B. CRO) legen, da wir auf die Erfahrung und Fähigkeiten der Mitarbeiter in den Partnerorganisationen vertrauen und nur unter ihrer Berücksichtigung einen gesunden und erfolgreichen Prozess sehen. Zudem plant SLB eher als Partner zu Nichtregierungsorganisationen aufzutreten, als Regierungsprogramme zu unterstützen.

Plan für 2019

Wie bereits oben erwähnt liegt der Fokus der Zusammenarbeit von SLB und CRO zunächst auf der Unterstützung bei den Schulkosten von ca. 100 Kindern von Februar 2019 (das Schuljahr in Uganda beginnt im Februar und endet im Dezember) an. Da die jährliche Rehabilitation Class ca. 30-35 Kinder umfängt, erwartet SLB einen Anstieg auf rund 250 Kindern innerhalb der kommenden Jahre.

Die Kosten der Schulausbildung variieren sehr stark. Dies liegt an den unterschiedlichen Strukturen der Schulgebühren an den einzelnen Schulen abhängig von Qualität und Typ der Schule (Grundschule, weiterführende Schule, Berufsschule). Aufgrund dessen ist das Gesamtbudget nur sehr schwer kalkulierbar. Entsprechend dem aktuellen Umrechnungskurs und den aktuellen Schulgebühren würde eine Gesamtspendensumme von rund 10.000€ ausreichen, um alle Schulkosten (alle getragenen Kosten sind im Anhang aufgelistet) für die rund 100 Kinder des CRO Jinja für das gesamte kommende Schuljahr 2019 zu tragen. Da die Schulgebühren in drei Raten im Jahr gezahlt werden können/müssen, ist es möglich die benötigte Spendensumme nach und nach zu beschaffen.

Grundsätzlich sucht SLB nicht nach einmaligen Spenden: der Fokus liegt vielmehr auf Sponsoren die über einen längeren Zeitraum mit einer (kleinen) Summe beispielsweise die Kosten für ein bestimmtes Kind tragen. Als Sponsor erhält man Rückmeldung vom Kind in Form einer Kopie des Schulzeugnisses, einem Brief und Fotos dreimal im Jahr. Zu Beginn werden alle den Plan überschreitenden Spenden dazu genutzt, die Kinder in qualitativ besseren Schulen unterzubringen.

10.000€ helfen SLB folgende Schulkosten für insgesamt 100 Kinder zu decken:

  • Schulgebühren für 3 Trimester (1 Schuljahr)
  • Tägliches Mittagessen
  • Schuluniform (Kleid / Rock u. Hemd / Hose u. Hemd, Schulpullover, Socken, Schuhe, Sportkleidung)
  • Weitere Schulmaterialien (Schulhefte, Stifte, Hefter, Toilettenpapier)
  • Individuelle Hilfsmaterialien (z.B. Schulprojekte, medizinische Versorgung)

Die Perspektive

Zudem signalisierte das CRO bereits, dass weitere Events wie beispielsweise ein Camping-Ausflug enorme persönlichkeitsbildende und damit hilfreiche Unterstützung für die Kinder darstellen würde. Im Jahr 2017 wurde ein solcher Ausflug, der eine willkommene Abwechslung zum Alltag bietet, mit einer Gesamtspendensumme von 2.500€ umgesetzt. Dieser 5-tägige Ausflug beinhaltete die Reise (mit drei Kleinbussen) zu verschiedenen wichtigen Orten des Landes wie beispielsweise der Besuch des ugandischen Parlaments, dem Entebbe Wildlife Zoo, dem internationalen Flughafen in Entebbe und weiteren Zielen. Bereits damals war der Erfolg jenes Ausflugs unübersehbar, weswegen es für sinnvoll zu erachten ist neben den Gemeindeprojekten in Zukunft auch Ausflüge zu planen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass SLB und das CRO frohen Mutes in Zusammenarbeit die Zukunft bestreiten wollen. Da die administrativen Kosten des Vereins SLB durch die Mitglieder abgedeckt sind, werden 100% der gesammelten Spenden direkt die Kinder des CRO erreichen.

In Anbetracht des großen positiven Einflusses den das CRO in der Vergangenheit hatte, blickt „Suubi lya baana e.V.“ mit großer Zuversicht in die Zukunft und hofft seine Rolle in der Zusammenarbeit erfolgreich zu spielen. Dadurch erhofft sich SLB einen weitreichenderen Erfolg des CRO und somit eine positive Entwicklung in Jinja anstoßen zu können.